Kategorie: Gedichte

  • Das Auge

    Das Auge

    es starrt in die Welt,

    sieht alles,

    versteht nichts.

    es ist ein Fenster,

    ein Spiegel,

    ein Loch in der Seele.

    es sieht die Schönheit,

    die Hässlichkeit,

    die Wahrheit,

    die Lügen.

    es ist immer wach,

    immer da,

    immer hungrig.

    es nimmt alles auf,

    die Freude,

    den Schmerz,

    die Liebe,

    den Hass.

    es ist ein Zeuge,

    ein Richter,

    ein Gefangener.

    es ist das Auge,

    und es sieht dich.

  • Für dich die Sterne zählen

    Für dich die Sterne zählen

    In der Dunkelheit der Nacht, wenn die Stadt schläft und die Straßen leer sind, zähle ich die Sterne für dich.

    Jeder Stern ein Gedanke, ein Wunsch, ein Traum, der in der Stille des Universums schwebt.

    Für dich, die in den Schatten wandelt, deren Augen das Licht suchen, zähle ich die Sterne.

    Sie flüstern Geschichten von fernen Welten, von Liebe und Verlust, von Hoffnung und Verzweiflung.

    Und während die Nacht vergeht, und der Morgen graut, bleiben die Sterne, leuchtend und beständig. Für dich, immer für dich, zähle ich die Sterne, bis der letzte Funke erlischt.

    Für dich.

  • Gefühle im Rahmen

    Gefühle im Rahmen

    Das Gefühl, das in keinen Rahmen passt, es fließt und strömt, kennt keine Rast. Es ist wie ein Fluss, der über die Ufer tritt, ein wilder Sturm, der sich nicht bändigen lässt. Es ist wie der Suff, der dich packt und schüttelt, rauf und runter. Es ist das Leben, roh und rau, nie genug, ein Tanz auf dem Vulkan. Es ist der Schweiß auf der Stirn eines Kämpfers im Ring, der letzte Tropfen in einer leeren Flasche Wein. Es ist das Lachen eines Kindes, das im Dreck spielt, das Weinen eines Mannes, der seine Träume teilt. Dieses Gefühl, es sprengt alle Ketten, es lässt sich nicht messen, nicht wiegen, nicht retten. Es ist frei, es ist wild, es ist echt, es ist das, was uns menschlich macht.

  • Im Schatten der Welt

    Im Schatten der Welt

    Im Schatten der Welt verloren. Wo Traurigkeit still das Herz umspinnt, da flüstern leise die Hoffnungsworte, dass neues Glück seinen Anfang nimmt. Verloren in des Zweifels Nacht, wo jedes Lachen scheint verbannt, da bricht durch dunkle Wolken sacht, ein Strahl, der helle Wege fand. Die Hoffnung trägt durch stille Stunden, sie flüstert sanft: „Du bist nicht allein.“ Und in des Herzens tiefsten Gründen, kann selbst im Schmerz die Liebe sein. So wandeln wir auf stummen Pfaden, doch tragen wir im Blick das Licht, das uns aus Traurigkeit und Schaden, zur stillen Zuversicht verpflicht‘. Auch wenn der Weg uns rau erscheint, am Ende wird das Dunkel gehen. Und Hoffnung bleibt, die ewig scheint

  • Spiegelungen im Wasser

    Spiegelungen im Wasser

    In der Stille des Rheins, ein flüsternd Geheimnis, spiegelt sich die Welt in sanfter Reinheit.

    Blätter tanzen leise im Wasserspiegel, verweben Zeit und Raum in stummen Zeugnis.

    Der Himmel neigt sich tief, berührt die Fläche, in Blau und grün und schwarz , das sich verliert und doch verweilt.

    Und Sterne sinken sanft in nächt’ger Pracht, als wär‘ das Wasser selbst ein Himmelszelt.

    Die Schwäne gleiten durch die stillen Wellen, als Maler, die mit sanften Strichen zieh’n. Ihr Bild im Wasser, doppelt schön und klar, ein Echo ihrer Anmut, still und kühn.

    So ruht mein Blick auf diesem zarten Bilde, das ich jetzt wohl in Verse sanft gewoben. Im Wasser find‘ ich, was die Seele sucht, die Spiegelung, in der sich Träume toben.

    Doch unter dieser Oberfläche, tief und weit, da ruht verborgen eine andre Welt. Wo Stille herrscht, da ist das Leben laut, und was sich zeigt, ist nur ein kleiner Teil.

    So lehr‘ mich, Wasser, deiner Weisheit Pfad, zu schauen unter das, was offen liegt. Denn nur im Tiefen findet sich die Wahrheit, die sich in deinen Spiegelungen wiegt.

  • Sonne im Gesicht

    Sonne im Gesicht

    Sonne im Gesicht

    Was macht die Sonne mit deinem Gesicht, das Licht, das in deinen Augen wohnt?

    Es webt aus Schatten und goldener Pracht ein Kleid, das dich sanft umschließt, ganz sacht.

    Dein Blick, so klar und unendlich weit, erzählt von der Stille der Ewigkeit.

    Die Sonne malt auf deine Züge die Ruhe des Himmels, die tiefe Füge.

    Was macht das Licht mit deinen Augen, sag?

    Es trägt die Wärme des Tages nach, es tanzt in ihnen, ein flimmernd Schein, und lädt dich ein, ganz Licht zu sein.

    So wandelst du, von Strahlen geküsst, ein Kind des Lichts, das die Dunkelheit bricht.

    Und ich sehe in dir das Sein, das sich entfaltet im Sonnenschein.

  • In einer Welt ohne Zeit

    In einer Welt ohne Zeit

    In einer Welt ohne Zeit, wo die Gezeiten stumm verweilen, wo das Licht sich in Dunkelheit verliert, und Schatten keine Zuflucht finden.

    Dort, wo der Schlaf ein Fremder ist, und das Erwachen ein vergessener Traum, tanzen wir auf dem schmalen Grat, zwischen Sein und Nichtsein.

    Die Uhren stehen still, die Wellen flüstern nicht, und die Sterne verbergen ihre Geschichten, als ob sie nie existierten.

    In dieser zeitlosen Sphäre, wo die Ewigkeit ihren Atem anhält, sind wir nur flüchtige Schatten, die im Nichts verschwinden.

    Doch vielleicht liegt darin die Freiheit, ohne Ketten der Zeit und des Vergänglichen, wo wir uns verlieren und zugleich finden, in der Stille zwischen den Sekunden.

  • Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

    Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

    Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, kreise um die Wahrheit wie ein hungriger Wolf. Die Dinge, die ich berühre, sind echt, schmutzig, lebendig, nichts von diesem himmlischen Scheiß. Ich werde den letzten Ring vielleicht nicht vollbringen, zu viele Flaschen, zu viele Nächte ohne Schlaf. Aber verdammt, ich werde es versuchen, mit blutigen Knöcheln und dem letzten Atemzug. Ich kreise um Gott? Nein, um die Bar am Ende der Straße, um den uralten Turm aus Bierdosen und Rechnungen. Jahrtausende lang? Nein. Ich habe nur diese eine Nacht, und ich weiß noch nicht: bin ich ein Dichter, ein Maler, ein Reisender, ein Trinker oder nur ein weiterer verlorener Kerl im großen Spiel? Ich lebe mein Leben, es ist ein Kampf, kein Tanz, ein ständiges Boxen mit dem Schicksal. Ich bin kein Falke, kein Sturm, kein großer Gesang, ich bin der Typ, der am Ende der Nacht noch steht.

    Inspiriert von Rilkes Gedicht **Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen**.

  • Die weißen Tauben

    Die weißen Tauben

    Die weißen Tauben sind müde.
    Sie wollten fliegen, doch jetzt dürfen sie nicht mehr.
    Der Himmel ist voller F-16.
    Verhandeln will man jetzt nicht mehr.
    Die weißen Tauben sind müde.
    Zu viel militärischer Flugverkehr.