Die Welt, die Monden ist
Eine Antwort auf Rilke
Du sprachst den Dingen eine Seele zu. Ich hörte unter ihrer Haut das leise Sterben ferner Sterne.
Ein bleicher Mond im schwarzen Garten, umkränzt von Asche und Vergehen. Die Nacht trug ihre toten Kinder durch das zerbrochene Blau.
Ein Engel stand am dunklen Brunnen, sein Antlitz voller Herbst und Schweigen. Aus seinen Augen fiel ein Licht, das niemals einen Morgen kannte.
Du nanntest es Verwandlung. Ich sah die Welt erlöschen, ganz langsam, fast zärtlich, als schämte sie sich ihres Endes.
Und über allem schwebte der Mond in seinem bleichen Kreis. Ein letztes Auge Gottes, das längst vergessen hatte, warum es offen blieb.

Schreibe einen Kommentar