Autor: Sachenverlierer

  • Elise und das magische Mikrofon.

    Elise und das magische Mikrofon.

    Sie hieß Elise. Sie liebte es zu singen, seit sie ein kleines Kind war. Sie sang immer, wenn sie glücklich, traurig, wütend oder gelangweilt war. Sie sang in der Schule, zu Hause, im Park, im Bus, überall. Sie träumte davon, eine berühmte Sängerin zu werden, die die Welt mit ihrer Stimme verzauberte. Eines Tages, als sie nach der Schule nach Hause ging, sah sie einen seltsamen Laden, den sie noch nie zuvor bemerkt hatte. Er war klein und dunkel, und an der Tür hing ein Schild mit der Aufschrift „Musikinstrumente“. Sie war neugierig und beschloss, hineinzugehen. Im Inneren roch es nach altem Holz und Staub. Es gab viele Instrumente, die sie noch nie gesehen hatte, wie eine Harfe, eine Mandoline, eine Oboe und eine Trompete. In der Ecke stand ein Mann mit einer Brille und einem Bart. Er lächelte sie an und sagte: „Willkommen, mein Kind. Was suchst du?“ „Ich suche nichts, ich schaue nur“, antwortete Elise. „Du bist eine Sängerin, nicht wahr?“ fragte der Mann. „Wie wissen Sie das?“ fragte Elise überrascht. „Ich kann es an deiner Stimme hören. Du hast eine besondere Gabe, mein Kind. Du kannst die Menschen mit deinem Gesang berühren. Aber du brauchst noch etwas, um eine wahre Sängerin zu werden.“ „Was brauche ich?“ fragte Elise neugierig. „Du brauchst ein magisches Mikrofon“, sagte der Mann. „Ein magisches Mikrofon? Was ist das?“ „Es ist ein Mikrofon, das deine Stimme verstärkt und verändert. Es kann dir helfen, jede Art von Musik zu singen, die du willst. Es kann dich glücklich, traurig, wütend oder gelassen machen. Es kann dich in eine andere Welt bringen. Es ist ein sehr mächtiges Instrument, aber auch sehr gefährlich. Nur wenige Menschen können es benutzen, ohne sich selbst zu verlieren.“ „Das klingt unglaublich. Wo kann ich es finden?“ fragte Elise. „Du kannst es nicht finden, du musst es verdienen. Du musst eine Prüfung bestehen, die dein Herz und deine Seele testet. Bist du bereit, dich dieser Herausforderung zu stellen?“ „Ja, das bin ich. Ich will eine Sängerin werden, mehr als alles andere“, sagte Elise entschlossen.

    „Gut, dann folge mir“, sagte der Mann. Er führte sie zu einer Tür, die mit einem roten Vorhang verdeckt war. Er zog den Vorhang beiseite und öffnete die Tür. „Hinter dieser Tür wartet deine Prüfung. Wenn du sie bestehst, wirst du das magische Mikrofon erhalten. Wenn du versagst, wirst du alles verlieren, was dir lieb ist. Bist du sicher, dass du eintreten willst?“ „Ja, das bin ich“, sagte Elise ohne zu zögern. „Dann viel Glück, mein Kind. Möge die Musik mit dir sein“, sagte der Mann. Er schob sie sanft durch die Tür und schloss sie hinter ihr. Elise fand sich in einem dunklen Raum wieder, der nur von einem Scheinwerfer beleuchtet wurde. In der Mitte des Raumes stand ein Mikrofonständer mit einem silbernen Mikrofon. Elise ging darauf zu und nahm das Mikrofon in die Hand. Es fühlte sich warm und schwer an. Sie spürte, wie eine Kraft durch ihren Körper strömte. Sie hörte eine Stimme in ihrem Kopf, die sagte: „Hallo, Elise. Ich bin das magische Mikrofon. Ich bin hier, um dir zu helfen, eine Sängerin zu werden. Aber zuerst musst du mir beweisen, dass du es verdienst. Du musst mir drei Lieder singen, die dein Herz und deine Seele ausdrücken. Wenn du mich beeindruckst, wirst du dein Ziel erreichen. Wenn du mich enttäuschst, wirst du dein Ziel verfehlen. Bist du bereit?“ „Ja, das bin ich“, sagte Elise. „Dann fangen wir an. Das erste Lied ist ein Lied der Freude. Sing mir ein Lied, das deine Freude am Leben zeigt. Du hast 30 Sekunden Zeit. Los geht’s.“ Elise überlegte kurz, was sie singen sollte. Sie entschied sich für ein Lied, das sie immer gesungen hatte, wenn sie glücklich war. Es war ein Lied, das sie von ihrer Mutter gelernt hatte, die auch eine Sängerin war, bevor sie starb. Es war ein Lied, das von der Schönheit der Natur handelte, von den Blumen, den Vögeln, dem Himmel und dem Meer. Elise begann zu singen, mit einer klaren und fröhlichen Stimme. Sie sang: „Die Welt ist voller Wunder, die ich jeden Tag sehe Die Blumen blühen in allen Farben, die Vögel singen so süß Der Himmel ist so blau und weit, das Meer ist so tief und klar Ich bin so froh, dass ich hier bin, ich liebe es, zu leben“ Das magische Mikrofon hörte ihr zu und sagte: „Das war sehr schön, Elise. Du hast mir deine Freude am Leben gezeigt. Du hast das erste Lied bestanden. Das zweite Lied ist ein Lied der Trauer. Sing mir ein Lied, das deine Trauer über den Verlust deiner Mutter zeigt. Du hast 30 Sekunden Zeit. Los geht’s.“ Elise spürte, wie ein Schmerz in ihrer Brust aufstieg. Sie vermisste ihre Mutter sehr. Sie war die einzige Person, die sie immer verstanden und unterstützt hatte. Sie war die einzige Person, die ihr beigebracht hatte, zu singen. Sie war gestorben, als Elise sieben Jahre alt war. Elise begann zu singen, mit einer leisen und traurigen Stimme. Sie sang: „Du warst mein Licht, du warst mein Stern, du warst mein alles Du hast mir gezeigt, wie man liebt, wie man lacht, wie man singt Du bist gegangen, so plötzlich, so früh, so unfair Ich bin allein, ohne dich, ohne Hoffnung, ohne Sinn“ Das magische Mikrofon hörte ihr zu und sagte: „Das war sehr berührend, Elise. Du hast mir deine Trauer über den Verlust deiner Mutter gezeigt. Du hast das zweite Lied bestanden. Das dritte Lied ist ein Lied der Liebe. Sing mir ein Lied, das deine Liebe zu jemandem zeigt. Es kann jemand sein, den du kennst, oder jemand, den du dir wünschst. Du hast 30 Sekunden Zeit. Los geht’s.“ Elise dachte an die Liebe. Sie hatte noch nie jemanden geliebt, außer ihrer Mutter. Sie hatte noch nie einen Freund gehabt. Sie hatte sich immer auf ihre Musik konzentriert, und keine Zeit für andere Dinge gehabt. Sie wusste nicht, wie es sich anfühlte, verliebt zu sein. Sie wusste nicht, was sie singen sollte. Sie zögerte, und sagte: „Ich weiß nicht, was ich singen soll. Ich habe noch nie jemanden geliebt.

    „Das magische Mikrofon sagte: „Das ist schade, Elise. Du hast mir deine Liebe zu jemandem nicht gezeigt. Du hast das dritte Lied nicht bestanden. Du hast die Prüfung nicht bestanden. Du bist keine wahre Sängerin. Du bist nur eine Illusion. Du wirst alles verlieren, was dir lieb ist. Du wirst vergessen, wer du bist. Du wirst zu nichts werden.“ Elise spürte, wie eine Angst sie ergriff. Sie wollte nicht alles verlieren, was ihr lieb war. Sie wollte nicht vergessen, wer sie war. Sie wollte nicht zu nichts werden. Sie wollte eine Sängerin werden. Sie wollte leben. Sie wollte lieben. Sie schrie: „Nein, bitte, das kannst du nicht tun. Bitte, gib mir eine Chance. Bitte, lass mich singen. Bitte, lass mich leben. Bitte, lass mich lieben.“ Das magische Mikrofon sagte: „Es ist zu spät, Elise. Du hast deine Chance gehabt. Du hast versagt. Du musst die Konsequenzen tragen. Leb wohl, Elise. Elise hörte, wie das Mikrofon ein lautes Geräusch machte, wie ein Knall. Sie spürte, wie das Mikrofon aus ihrer Hand fiel. Sie spürte, wie die Dunkelheit sie umhüllte. Sie spürte, wie sie fiel. Sie spürte, wie sie nichts spürte. Sie dachte, das wäre das Ende. Sie dachte, sie wäre tot. Sie dachte, sie wäre allein. Aber sie war es nicht. Sie hörte eine Stimme, die sie kannte. Eine Stimme, die sie liebte. Eine Stimme, die sie vermisste. „Elise, meine Tochter. Ich bin hier. Ich bin bei dir.“ Sie öffnete die Augen und sah ein Licht. Sie sah ein Gesicht. Sie sah ihre Mutter. „Mama, bist du das? Bist du wirklich da?“ fragte Elise. „Ja, mein Kind. Ich bin es. Ich bin immer bei dir gewesen. Ich habe dich nie verlassen. Ich habe dich immer geliebt. Ich bin stolz auf dich“, sagte ihre Mutter. „Aber wie? Wo sind wir? Was ist passiert?“ fragte Elise. „Wir sind in deinem Herzen, Elise. Wir sind in deiner Seele. Wir sind in deiner Musik. Das ist passiert. Du hast das magische Mikrofon besiegt. Du hast ihm gezeigt, dass du eine wahre Sängerin bist. Du hast ihm gezeigt, dass du nicht seine Magie brauchst, um zu singen. Du hast ihm gezeigt, dass du deine eigene Magie hast. Die Magie der Liebe“, sagte ihre Mutter. „Die Magie der Liebe?“ fragte Elise. „Ja, mein Kind. Die Magie der Liebe. Die Liebe, die du für mich hast. Die Liebe, die ich für dich habe. Die Liebe, die du für die Musik hast. Die Liebe, die du für dich selbst hast. Die Liebe, die alles möglich macht. Die Liebe, die dich leben lässt. Die Liebe, die dich singen lässt.“, sagte ihre Mutter. „Das verstehe ich nicht. Wie kann die Liebe alles möglich machen?“ Das musst du nicht verstehen, Elise. Das musst du nur fühlen. Das musst du nur ausdrücken. Das musst du nur teilen. Das musst du nur singen. Sing, Elise. Sing mit mir. Sing für dich. Sing für die Welt. Sing für die Liebe“, sagte ihre Mutter. „Sing für die Liebe?“ fragte Elise. „Ja, mein Kind. Das Lied der Liebe. Das Lied, das ich dir jetzt beibringen werde. Das Lied, das du nie vergessen wirst. Das Lied, das dich immer begleiten wird. Das Lied, das dich immer glücklich machen wird. Elise sang gemeinsam mit der Mutter. Später in vielen Konzerten und Musicals war das Publikum fasziniert, begeistert und verblüfft. Sie kannten Elise’s Geheimnis, ihren Zauber nicht. Denn Elise sang immer gemeinsam mit ihrer Mutter.

  • Spiegelungen im Wasser

    Spiegelungen im Wasser

    In der Stille des Rheins, ein flüsternd Geheimnis, spiegelt sich die Welt in sanfter Reinheit.

    Blätter tanzen leise im Wasserspiegel, verweben Zeit und Raum in stummen Zeugnis.

    Der Himmel neigt sich tief, berührt die Fläche, in Blau und grün und schwarz , das sich verliert und doch verweilt.

    Und Sterne sinken sanft in nächt’ger Pracht, als wär‘ das Wasser selbst ein Himmelszelt.

    Die Schwäne gleiten durch die stillen Wellen, als Maler, die mit sanften Strichen zieh’n. Ihr Bild im Wasser, doppelt schön und klar, ein Echo ihrer Anmut, still und kühn.

    So ruht mein Blick auf diesem zarten Bilde, das ich jetzt wohl in Verse sanft gewoben. Im Wasser find‘ ich, was die Seele sucht, die Spiegelung, in der sich Träume toben.

    Doch unter dieser Oberfläche, tief und weit, da ruht verborgen eine andre Welt. Wo Stille herrscht, da ist das Leben laut, und was sich zeigt, ist nur ein kleiner Teil.

    So lehr‘ mich, Wasser, deiner Weisheit Pfad, zu schauen unter das, was offen liegt. Denn nur im Tiefen findet sich die Wahrheit, die sich in deinen Spiegelungen wiegt.

  • Sonne im Gesicht

    Sonne im Gesicht

    Sonne im Gesicht

    Was macht die Sonne mit deinem Gesicht, das Licht, das in deinen Augen wohnt?

    Es webt aus Schatten und goldener Pracht ein Kleid, das dich sanft umschließt, ganz sacht.

    Dein Blick, so klar und unendlich weit, erzählt von der Stille der Ewigkeit.

    Die Sonne malt auf deine Züge die Ruhe des Himmels, die tiefe Füge.

    Was macht das Licht mit deinen Augen, sag?

    Es trägt die Wärme des Tages nach, es tanzt in ihnen, ein flimmernd Schein, und lädt dich ein, ganz Licht zu sein.

    So wandelst du, von Strahlen geküsst, ein Kind des Lichts, das die Dunkelheit bricht.

    Und ich sehe in dir das Sein, das sich entfaltet im Sonnenschein.

  • In einer Welt ohne Zeit

    In einer Welt ohne Zeit

    In einer Welt ohne Zeit, wo die Gezeiten stumm verweilen, wo das Licht sich in Dunkelheit verliert, und Schatten keine Zuflucht finden.

    Dort, wo der Schlaf ein Fremder ist, und das Erwachen ein vergessener Traum, tanzen wir auf dem schmalen Grat, zwischen Sein und Nichtsein.

    Die Uhren stehen still, die Wellen flüstern nicht, und die Sterne verbergen ihre Geschichten, als ob sie nie existierten.

    In dieser zeitlosen Sphäre, wo die Ewigkeit ihren Atem anhält, sind wir nur flüchtige Schatten, die im Nichts verschwinden.

    Doch vielleicht liegt darin die Freiheit, ohne Ketten der Zeit und des Vergänglichen, wo wir uns verlieren und zugleich finden, in der Stille zwischen den Sekunden.

  • Wenn das Licht ausgeht

    Wenn das Licht ausgeht

    Er war ein Wanderer, ein Tramp, ein moderner Entdecker. Er kannte jede Ecke der Republik. Seine Kamera war voll von Bildern jedes beschissenen Baumes, den er auf seinen Reisen gesehen hatte – als ob er versuchte, die Natur selbst zu katalogisieren.
    
    Die Pubs waren sein zweites Zuhause, wo er an der Bar lehnte, ein Pint in der Hand, und die fremden Weiber anquatschte. "Hey, Schätzchen, willst du wissen, wo der schönste Baum steht?" Seine Linien waren so abgenutzt wie die Sohlen seiner Schuhe, aber das hielt ihn nicht auf.
    
    Eines Nachts, während einer seiner entspannten Autofahrten – die Zigarette lässig im Mundwinkel –, flackerten plötzlich die Scheinwerfer und erloschen. Es war, als ob sein Schutzengel ihm ein Zeichen gab. Er hielt inne, das Herz pochte in seiner Brust. Er zog an seiner Zigarette, ließ den Rauch durch die Dunkelheit wirbeln und dachte nach.
    
    Vielleicht war es Zeit, langsamer zu treten, dachte er. Vielleicht war es Zeit, sich niederzulassen. Aber dann sprangen die Scheinwerfer wieder an, und er lachte laut in die Nacht hinein. "Nicht heute, Alter", murmelte er und trat das Gaspedal durch. Sein Schutzengel würde wohl noch eine Weile Überstunden machen müssen.
  • Die Dunkelheit der Asphaltflüsse

    Die Dunkelheit der Asphaltflüsse

    Die Stadt pulsierte wie ein verletztes Tier, das im Sterben lag. Die Straßen waren mit den Schatten der Verlorenen gesäumt, und der Geruch von Angst und Blut hing in der Luft. Ich saß auf einer verrosteten Bank, die Kälte kroch durch meine Kleidung und fror meine Seele ein.
    In Berlin und Bielefeld, den Namen flüsterten die Windböen, wurden zwei Männer auf offener Straße hingerichtet. Ihre Leben verblassten wie die Neonlichter in den schmuddeligen Bars, die ich so oft besucht hatte. Die Kugeln durchbohrten ihre Körper, und die Welt drehte sich weiter, als ob nichts geschehen wäre. Die Menschen gingen vorbei, die Augen leer, die Herzen kalt. Es war nur eine weitere Tragödie in einer endlosen Kette von Tragödien.
    In Köln, wo der Dom in den Himmel ragte, wurde ein 15-jähriger Junge aus dem Leben gerissen. Seine Träume, seine Hoffnungen, alles zerschmettert auf dem harten Beton. Die Nachrichten sprachen von einem Mord, aber es war mehr als das. Es war ein Verlust, der die ganze Stadt erschütterte. Die Straßen, die einst von seinen Schritten belebt waren, waren nun stumm.
    Und in Hamburg, wo die Wellen des Hafens gegen die Kaimauern schlugen, kam es zu einem weiteren Tötungsdelikt. Ein Mann, dessen Name nur noch eine Randnotiz in den Polizeiberichten war, fand sein Ende auf den nassen Pflastersteinen. Die Ermittler würden nach Motiven suchen, nach Gründen, warum das Leben so billig geworden war. Aber ich wusste es bereits. Es war die Dunkelheit, die in den Herzen der Menschen wohnte, die sie trieb, die Waffen zu heben und das Leben ihrer Mitmenschen auszulöschen.
    Es war nur die Spitze des Eisbergs, ein kleiner Ausschnitt aus der Gewalt, die in den Straßen lauerte. Die Welt war ein Schlachtfeld, und wir alle waren Soldaten, die ums Überleben kämpften. Die Neonlichter flackerten, und ich fragte mich, wie viele solcher Geschichten ich noch darüber schreiben werde.
  • Das Haus des Erfinders

    Das Haus des Erfinders

    Das Haus eines Erfinders.
    Zeit und Raum sind verbogen.
    Es gelten keine Regeln.

    Aus surrealen Geschichten, die nicht zu Ende gedacht wurden.

  • Die Vase

    Die Vase

    Beim Aufräumen im Schuppen fiel mir die fast vergessene Vase in die Hände. Sie schimmert im Sonnenlicht und hat einen Glanz, den ich nicht beschreiben kann. Im März gibt es ein seltsames Treiben in dieser Vase. Aus dem Nichts erscheinen Schmetterlinge, so zart und farbenfroh, dass sie wie fliegende Juwelen aussehen. Niemand weiß, wie sie entstanden, aber ihre Flügel haben Muster, die Geschichten aus einer anderen Zeit erzählen.Die Schmetterlinge flattern in der Vase, als würden sie auf etwas warten. Und dann, genau am zehnten des Monats März, öffnet sich die Vase. Ein Strudel aus Licht und Farben entsteht, und die Schmetterlinge beginnen, einer nach dem anderen, hinauszuschwärmen.
    Es wurde gesagt, dass, wenn einer dieser Schmetterling auf deiner Schulter landete, dein tiefster Wunsch in Erfüllung gehen würde.

    Vielleicht erzählt ihr die Geschichte weiter zu den Kindern. Meinem Sohn habe ich sie am Telefon erzählt. Er hat aber aufgelegt.
    „Bin im Meeting, rufe dich zurück“, hat er geschrieben.
    Na, mal sehen.

  • Die Frau, der Tag, der Abend – Teil 2

    Die Frau, der Tag, der Abend – Teil 2

    In der Dunkelheit meiner Wohnung, die nur vom flackernden Licht einer einzelnen Kerze erhellt wurde, saßen wir, die Frau und ich, auf dem abgenutzten Sofa. Die Flasche Whisky stand auf dem Tisch, als stummer Zeuge der Geschichten, die wir teilten. Sie erzählte mir von ihrem jungen Leben, von den Träumen, die sie hatte, und von den Enttäuschungen, die sie ertragen musste. Ihre Worte flossen wie der Whisky, mal samtig, mal bitter, aber immer ehrlich. Ich hörte zu, fasziniert von der Tiefe ihrer Erfahrungen, und fühlte mich geehrt, dass sie sich mir anvertraute.

    Die Geschichte, die sie erzählte, war eine Sammlung von Momenten ihres noch jungen Lebens, ein Mosaik aus Freude und Schmerz. Sie sprach von ihrer Jugend, als sie die Welt erobern wollte, von den Tagen, an denen sie gegen Windmühlen kämpfte und von den Nächten, in denen sie sich fragte, ob der Kampf es wert war. Es war eine Geschichte von verlorenen Lieben und gefundenen Freundschaften, von gebrochenen Versprechen und neu entdeckten Hoffnungen. Jedes Wort, das sie aussprach, war wie ein Fenster in ihre Seele, und mit jedem Satz fühlte ich, wie sich unsere Verbindung vertiefte. Es war eine Geschichte, die so alt wie die Zeit und doch so einzigartig wie sie selbst war.

    Zwischen den Erzählungen, dem Lachen und den Tränen, fanden unsere Hände, unsere Körper zueinander. Ein paar zärtliche Berührungen, ein stilles Verständnis, dass keine Worte nötig waren. Es war ein Moment der Nähe, der so flüchtig war wie der Rauch unserer Zigaretten. Als die Flasch leer war und die Kerze kurz davor stand, zu erlöschen, stand sie auf. “Es ist Zeit für mich zu gehen”, sagte sie mit einem Lächeln, das alle Geschichten der Welt in sich trug. Ich begleitete sie zur Tür, dankbar für die geteilte Nacht, und wusste, dass dies eine jener Begegnungen war, die man nicht vergisst. Sie verschwand in der kühlen Nachtluft, und ich blieb zurück, umgeben von der Stille, die nur durch das Ticken der Uhr unterbrochen wurde. Ich dachte über die Möglichkeiten nach, die ein Freitagabend bringen kann, und über die unerwarteten Verbindungen, die das Leben manchmal für uns bereithält. Jetzt ist es Samstagvormittag, ich genieße die Sonne, den entspannten Tag und die Erinnerung.

  • Selbstgespräche

    Selbstgespräche

    Ich sitze hier, die Finger auf der Tastatur, den Blick auf den Bildschirm gerichtet. Die Worte fließen nicht, sie zögern, tanzen um meine Gedanken, wie betrunkene Fliegen in einem leeren Whiskyglas. Verdammt, ich bin ein verdammter Zauderer. Disziplin? Fehlanzeige. Ich bin der König der Prokrastination, der Meister des Aufschiebens. Die Uhr tickt, die Fristen nähern sich, aber ich sitze hier, starre auf den Cursor, der sich nicht bewegt. Vielleicht sollte ich noch einen Kaffee trinken, oder zwei, oder drei. Vielleicht hilft das. Toleranz? Ha! Ich bin ein wandelndes Pulverfass. Ein Funke, und ich explodiere. Die Welt ist voller Idioten, und ich bin der größte von allen. Aber ich lächle, ich nicke, ich sage die richtigen Dinge, weil das einfacher ist. Toleranz ist eine Maske, die ich trage, um nicht anzuecken.

    Fortsetzung folgt, wenn ich nicht mehr zaudere.